shoes
There’s rarely a day I don’t wear shoes. Of course that’s fairly obvious. Still, I feel it’s worth mentioning that shoes and thinking of them is part of my daily life. I often start with the shoes while putting together my outfit for the coming day. Occasionally I even have trouble deciding wether the look works without putting them on since they can change the feel and proportions of the whole ensemble.
I have long been interested in shoes, but more in a sense of choosing an option that went well with whatever else I had been wearing. Although there had been a lack of intention for a long time. I didn’t ask myself why exactly I liked the model I chose, what the story behind the design was or if there had maybe been a better alternative. Of course all of that would require and imply a greater interest in shoes and fashion. It took a good while until I actively searched for a specific pair of shoes, even though I had been aware of sought-after models everyone (including myself) was keen on owning.
Looking back it is interesting to analyse my own consumer habits. There has been a clearly noticeable evolution. I did have personal taste as I have mentioned, but didn’t buy things consciously. Usually my reason to buy new shoes was the disastrous state of my old ones, having worn them to bits. Then I used to own one pair that I wore every day, enduring everything from the dust and dirt of music festivals to puddles of mud.
The older I got the more my surroundings and interests started influencing my decisions. Being active in different subcultures came with trends dictating which models and brands were more popular than others. But even then I was still miles away from being interested enough in sneakers to scour the internet for obscure releases.
Ultimately I have to blame said internet and working at a skate shop for me now looking for shoes worth well over 1000 Euro on secondary markets. Learning more about the history and design of different models and brands opened up a whole new field of interest. In combination with my decision to only wear ‘vegan’ shoes this led to countless hours of research, trying to figure out if a certain pair of shoes might be available without any leather or other animal based materials.
Now shoes and everything related to them are more than just an interest or hobby to me. No matter if it’s a current release or that one pair I’ve been after for several years, I spend some part of my day with sneakers. It’s fun to read about the concept behind the shoe and how both past and present pop-culture might have been influenced by it. Additionally I have been lucky enough to meet so many lovely people through the sneaker community that I wouldn’t want to give it up.
As always there are unfortunately also negative aspects. More products and consumers lead to worse working conditions, production damaging the environment and tons of waste. There are more shoes produced and released than ever and still people are screaming for more. Simultaneously production quality is worsening and staple models that once lasted years now fall apart after a few months of wear. The seemingly unstoppable rise in demand and popularity of all kinds of shoes is leading to so many issues. And while the responsibility should fall on brands and manufacturers, their priorities lie elsewhere.
That being said, at the end of the day shoes are still a product and I do believe that we as it’s consumers can impact the status quo by reviewing our consumption habits and making more conscious decisions.
German below:
Es gibt kaum einen Tag an dem ich keine Schuhe trag. Das ist natürlich relativ offensichtlich. Trotzdem finde ich es erwähnenswert, dass Schuhe und das Denken an Schuhe mich täglich begleiten. Wenn ich mir mein Outfit für den nächsten Tag zurechtlege fange ich meist bei den Schuhen an. Teilweise hab ich sogar Schwierigkeiten zu entscheiden ob ich eine Kombination mag oder tragen möchte ohne dabei Schuhe anzuziehen, weil es ohne sie ganz anders wirkt und die Proportionen sich verändern.
Ich bin schon lange interessiert an Schuhen, in dem Sinne, dass ich immer nach etwas gesucht habe das gut mit meinem aktuellen Kleidungsstil funktioniert. Trotzdem hat lange Zeit eine gewisse Intention hinter meinen Entscheidungen gefehlt. Ich habe mich nicht gefragt warum mir genau dieses Modell gefällt, was hinter dem Design steckt oder ob es vielleicht eine bessere Alternative gibt. Natürlich ist das alles nicht selbstverständlich und setzt ein größeres Interesse an Schuhen und Kleidung voraus. Auch wenn mir bewusst war, dass es bestimmte Modelle gab die jeder hatte oder haben wollte (einschließlich mir) hat es seine Zeit gedauert bis ich zum ersten Mal wirklich nach einem speziellen Schuh gesucht habe.
Rückblickend ist es ganz interessant mein Konsumverhalten zu analysieren. Für mich gab es in dem Ganzen eine klare Entwicklung. Wie bereits erwähnt hatte ich zwar meinen persönlichen Geschmack, habe aber die Kaufentscheidung nicht vollends bewusst getroffen. Normalerweise war der Hauptgrund um neue Schuhe zu kaufen, dass meine alten Risse bekommen haben oder einfach so durchgelatscht waren, dass sie nicht mehr tragbar waren. Ich hatte für gewöhnlich ein Paar, das ich jeden Tag getragen habe und alles von Festivalstaub bis Schlammpfützen aushalten musste.
Je älter ich wurde desto mehr beeinflussten andere Dinge meine Entscheidungen.
Die Subkulturen in denen ich aktiv war hatten interne Trends, die vorgaben welche Brands und Modelle besser und beliebter waren als andere. Doch selbst zu diesem Zeitpunkt war ich noch meilenwert davon entfernt mich genug für Schuhe zu interessieren um stundenlang zu recherchieren und nach obskuren Releases zu suchen.
Letztendlich gebe ich dem Internet und der Arbeit im Skateshop die Schuld daran, dass ich jetzt gerne Schuhe hätte die auf dem Zweitmarkt für über 1000 Euro gehandelt werden.
Mehr über die Geschichte verschiedener Modelle und Brands zu lernen und zu erfahren öffnete eine ganz neue Ebene für mich. In Kombination mit meiner damaligen Entscheidung nur vegane Schuhe zu tragen führte dies zu zahllosen Stunden Recherche und dem Versuch herauszufinden ob es diesen oder jenen Sneaker denn auch ohne Lederanteil gibt.
Mittlerweile sind Schuhe und alles was dazugehört mehr als nur ein Interesse oder Hobby für mich. Ob es die aktuellen Releases sind oder doch noch dieses eine Paar hinter dem ich schon seit Jahren her bin, mittlerweile beschäftige ich mich täglich in irgendeiner Form damit. Es macht Spaß herauszufinden welches Konzept hinter den Schuhen steckt und wie sowohl die vergangene als auch aktuelle Popkultur beeinflusst wurde. Zudem habe ich durch die Sneaker Community bereits so viele wunderbare Menschen kennenlernen dürfen, dass ich es für nichts eintauschen wollen würde.
Leider gibt es wie immer auch negative Aspekte. Mehr Konsum bedeutet auch schlechtere Arbeitsbedingungen, klimaschädliche Produktion und tonnenweise Müll. Es werden mehr Schuhe auf den Markt gebracht und gekauft als je zuvor und trotzdem wird nach mehr geschrien. Gleichzeitig sinkt die Produktionsqualität und Modelle, die mal ein absolutes Staple waren und mehrere Jahre getragen werden konnten fallen jetzt bereits nach 3 Monaten komplett auseinander. Die scheinbar unaufhaltsam voranschreitende Popularität verschiedenster Schuhe bringt all das leider mit sich. Während die Verantwortung bei den Brands und Herstellern liegen sollte werden deren Prioritäten leider anderswo gesetzt.
Doch da es sich bei Schuhen immer noch um ein Produkt handelt glaube ich, dass wir als dessen Konsument*innen Einfluss auf den Status Quo nehmen können indem wir unser Konsumverhalten überdenken und bewusster handeln.